Leuchtpunkte auf Luthers Weg

Leuchtpunkte auf Luthers Weg

Vorwort Leuchtpunkte ...

Leuchtpunkte erhellen zwar nur einen relativ kleinen Umkreis, aber sie sind doch wahrnehmbar. So versucht auch der Grenzgänger, der in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen feiern darf, kleine Leuchtpunkte zu setzen. Er hat durch das jährliche Kleinkunstfestival mit über 100 Veranstaltungen einen bescheidenen Bekanntheitsgrad erreicht und dazu beigetragen, das Kulturangebot gerade außerhalb der Ballungsgebiete zu verbessern. Und in Fortsetzung dessen soll mit einem zusätzlichen Programm Luthers geistigen Spuren insbesondere dort gefolgt werden, wo keine Leuchttürme von ihm stehen, seine geistige Anwesenheit jedoch gleichermaßen bedeutsam ist. Leuchtpunkte beleuchten nicht nur, sondern lassen sich auch in einem Zusammenhang sehen und können so, wie Laternen, einen Weg erkennbar werden lassen. Einen Weg, der einen zu einem bestimmten Ziel führen kann. Die Veranstaltungen als „Leuchtpunkte“ können vielleicht dazu beitragen, den Weg zu Luthers Denken und Wirken etwas zu öffnen, um so eigene Erkenntnisse und Zielsetzungen als kleine Reformation im eigenen Leben anzuregen.

Wir hoffen, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung begrüßen zu können und verbleiben mit herzlichen Grüßen

Grenzgänger e.V.
Michael Madjera

Für das Projekt „Leuchtpunkte auf Luthers Weg“ sind insgesamt 20 Veranstaltungen für 2016 und 2017 geplant. Davon sollen 2016 elf Veranstaltungen stattfinden und 2017 neun. Von den Veranstaltungen 2016 sind fünf im Raum Mansfelder Land/Südharz geplant als Ergänzung der vom Landkreis/ Standort Marketing Gesellschaft SMG vorgesehenen Initiativen zur Belebung des dortigen Lutherwegabschnittes und sechs im übrigen Sachsen Anhalt.

Obgleich das Lutherjubiläum einen Grund zum Feiern gibt, sollte es das Bestreben sein, die Bedeutung des Ereignisses zu verinnerlichen und seine Relevanz in der Gegenwart und damit auch für die absehbare Zukunft zu erfassen.
Luther hat durch sein für damalige Verhältnisse unorthodoxes Denken und Verhalten Grundlagen für viele Veränderungen geschaffen, die nicht nur die Kirche selbst betreffen, sondern auch gesellschaftliche Entwicklungen - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, da Kirche und Gesellschaft eine Einheit sind oder sein sollten. Nehmen wir den Kern von Luthers Denk- und Handlungsweise, also bar jener zeitbedingten Lebensweise, können wir etliche Grunderkenntnisse feststellen, die z. Z. ebenso relevant und aktuell - in mancher Hinsicht sogar potenziert - sind, wie vor 500 Jahren: der Werteverfall/-bedarf in der Gesellschaft, die Kirche als potenzieller Wertevermittler und ihre Relevanz in der Gesellschaft, Grundlagen zwischenmenschlicher Kommunikation, Anspruchsdenken statt Erfüllungsbewusstsein etc. Die Tatsache, dass das Denken und Wirken eines Menschen über Jahrhunderte Entwicklungen deutlich beeinflusst hat, weist auf deren Tiefgründigkeit hin. Und will man diesen Menschen und sein Wirken über eine Kulthandlung hinaus durch ein Jubiläum wirklich ehren, kann das nur dadurch geschehen, dass man versucht, den eigenen Geist mit dem des Geehrten zu vereinigen.

Ehrungen sollten immer auch physisch erfassbar sein, da der Geist ohne Äußerung nicht wahrnehmbar ist. Die physische Äußerung in Form von Veranstaltungen sollte aber so gestaltet sein, dass sie zwar ansprechend sind, sich aber nicht in Effekthascherei erschöpfen sondern gleichzeitig auch einen Inhalt vermitteln, der letztlich die geistige Verbindung mit dem Geehrten herstellt. Die nachstehend aufgeführte Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Leuchtpunkte - auf Luthers Weg" zielen darauf ab, durch kulturelle Darbietungen aus den Bereichen Musik, Lyrik, Diskussionsforen und Ausstellungen meditative Erlebnisse an bestimmten Orten auf dem mit Luther im Zusammenhang stehenden Weg von Eisleben nach Wittenberg zu ermöglichen. Aber nicht nur dort, da es auch andere Orte geben wird und hier insbesondere in kleineren Kirchen im ländlichen Bereich, die zwar physisch nicht im direkten Kontakt mit Luther gestanden haben mögen, nichts desto weniger aber spirituell durchaus mit ihm verbunden sind. In dem Bemühen, auch weiterhin einen Beitrag gegen den Werteverfall in der Gesellschaft durch Kulturangebote zu leisten, ist geplant, auch nach 2017 ähnliche Veranstaltungen anzubieten.

  • 1) 01.04.2016 19:00 Uhr Glaube - zwischen Traum und Wirklichkeit (Pauluskirche)
  • 2) 09.04.2016 19:00 Uhr Mechthild von Magdeburg (Kloster Helfta)
  • 3) 07.05.2016 17:00 Uhr Zwielicht (Andreas Kirche Eisleben)
  • 4) 21.05.2016 20:00 Uhr Anfang und Ende (Ulrich Kirche Sangerhausen)
  • 5) 29.05.2016 17:00 Uhr Grenzenlos (Marienkirche Artern)
  • 6) 12.06.2016 17:00 Uhr Ein musikalischer Spaziergang mit Luther (St. Ägidius Kirche Hergisdorf)
  • 7) 19.06.2016 16:00 Uhr Die musikalische Beziehung zu Luther (St. Martini Kirche Stolberg)
  • 8) 16.07.2016 20:00 Uhr Beleuchtung und Erleuchtung (Burg - und Schloss Allstedt)
  • 9) 14.08.2016 17:00 Uhr Metamorphose (Georgskirche Siebigerode)
  • 10) 20.08.2016 17:00 Uhr Geheimnis (Ev. Kirche Seeburg)
  • 11) 03.09.2016 19:00 Uhr Mystik (Kloster Helfta)
  • 12) 16.09.2016 19:00 Uhr Die Kunst des Zusammenlebens (Ev. Kiche Kemberg)